Bezirksverband der Kleingärtner Berlin-Wilmersdorf e. V.

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Verfasst am 02.08.2021 um 15:49 Uhr

Die Rainfarn-Maskenbiene    

Wildbiene des Monats August    

Was für uns Menschen während der Pandemie Pflicht ist, hat unsere Biene des Monats von Natur aus: eine Maske. Die Weibchen der Rainfarn-Maskenbiene haben eine kleine, weiße Gesichtszeichnung, mit zwei seitlichen Flecken. Die Männchen hingegen zeigen auf dem Kopfschild eine komplett elfenbeinweiße Maske.


Das ist eine Biene? Ja!

Unsere August-Biene, die wir hier in der Reihe „Wildbiene des Monats“ der Stiftung für Mensch und Umwelt vorstellen, ist mit 9 mm Länge eine kleine Art. Und mit ihrem glänzend schwarzen Körper, der wenigen Behaarung und nur wenigen weißen Zeichnungen sei sie für Laien nicht so leicht als Biene erkennbar, schreibt die Stiftung.


Pollentransport im Kropf

Sie ist eine Nahrungs- und Pollensammelspezialistin. „Ihr Name verrät bereits ihre Lieblingsfutterpflanze“, berichtet Dominik Jentzsch von der Stiftung. „Ihr Sammelverhalten überrascht und ist einzigartig in der Welt der Wildbienen“, meint der Bienenexperte. Maskenbienen nehmen den Pollen mit einem Borstenkamm der Unterkiefer auf, verschlucken ihn und transportieren ihn so im Kropf zum Nest. Zum Vergleich: Andere Bienenarten sammeln mit Bauchbürsten oder beladenen „Pollenhöschen“ an den Hinterbeinen.


Fliegt zur Hauptblüte
Die Rainfarn-Maskenbiene ist zwar weit verbreitet, aber leider ist sie in ihrem Bestand in Berlin stark gefährdet. Sie fliegt zur Hauptblüte von Ende Mai bis Ende August und bildet nur eine Generation. Sie mag Magerrasen, Sand-, Kies- und Lehmgruben, Weinberge und Steinbrüche. „Wir finden sie aber auch direkt vor der eigenen Haustür in Gärten und Parkanlagen“, erzählt Dominik Jentzsch. Eine Verbreitungskarte finden Leser*innen unten im PDF.


Eine Frau für Trockenbau
Die Weibchen bauen ihre Nester oberirdisch in unterschiedlichen Nischen von Trockenmauern, rissigen Betonfassaden, in Gesteinsspalten oder in Ritzen von Abbruchkanten. Dort baut sie bis zu 20 dicht aneinander liegende Brutzellen, schreibt die Stiftung. Diese kleidet sie mit einem seidigen Sekret aus, legt nektarreichen Futterbrei an und legt in jede Zelle ein Ei. Abschließend verschließt sie die Zellen mit einem Sekretdeckel.


Korbblütler im Garten
Wie können wir Gartenfreunde helfen? „Ein kleiner Steinhaufen für die Brutpflege wäre perfekt“, erklärt Bienenexperte der Stiftung. Maskenbienen seien für Pollen und Nektar auf frei zugängliche Blütenpflanzen angewiesen. Unsere August-Biene ist sogar auf Rainfarn und andere Korbblütler wie Schafgarbe und Färberkamille spezialisiert. „Rainfarn wird von 20 Wildbienenarten angeflogen und ein Dutzend Schmetterlinge nutzen ihn als Raupenfutter- oder Nektarpflanze“, führt Dominik Jentzsch weiter aus. Wenn wir Gartenfreunde für einheimische früh- und spätblühende Korbblütler sorgen könnten, sei den Maskenbienen und weiteren Insektenarten mit kurzen Rüsseln sehr gedient. Die Pflanzen sollten in keinem Garten fehlen.


Mehr zu Bienen finden Sie auf www.deutschland-summt.de und mehr zur Stiftung auf www.stiftung-mensch-umwelt.de


Dr. Marion Kwart,
Landesverband Berlin der Gartenfreunde, Öffentlichkeitsarbeit



Foto (Ausschnitt): Roland Günter

Dieser Artikel ist auch im 'Berliner Gartenfreund' (August-Heft 2021, Seite 8/27) erschienen. 

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