Bezirksverband der Kleingärtner Berlin-Wilmersdorf e. V.

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Verfasst am 19.10.2022 um 11:03 Uhr

Umstellung des "Gartenfreundes" auf ein ePaper    

Warum führt das nicht zu einer Reduzierung des Verbandsbeitrages?    

Der Landesverband Berlin der Gartenfreunde e.V. ist mit neun anderen Landesverbänden  Mitglied in der Herausgebergemeinschaft des Gartenfreundes. Seit über 40 Jahren erreicht  die Monatsschrift die rund 70.000 Berliner Kleingärtnerinnen und Kleingärtner in gedruckter  Form. Zum 01.01.2023 hat der Verband in Übereinstimmung mit seinen 18 Mitgliedern, den  Berliner Bezirksverbänden, die komplette Umstellung auf eine digitale Ausgabe, das ePaper, beschlossen. Der Landesverbandstag 2022 hat diesen Weg bestätigt.


Immer wieder erreichen uns seitdem Fragen, ob sich durch die Umstellung zukünftig die Verbandsbeiträge verringern. Darauf möchten wir nachfolgend eingehen.

Regelmäßige Publikation und Satzung

Der Landesverband hat sich mit seiner Satzung dazu verpflichtet, eine regelmäßige Publikation herauszugeben. Gleichzeitig ist er dazu verpflichtet, wirtschaftlich und ressourcenschonend mit den finanziellen Mitteln seiner 18 Mitgliedsverbände umzugehen. Bisher wurden die Kosten für die redaktionelle Herstellung des Gartenfreundes, seinen Druck und seine Verteilung aus dem einheitlichen Beitragsaufkommen der 18 Berliner Mitgliedsverbände finanziert. Dieser Kostenanteil ist in den zurückliegenden Jahren stetig gewachsen, ohne dass dies zu einer Erhöhung des Mitgliedsbeitrages führte. Seit 2021 sind jedoch die Papierpreise pandemiebedingt und von den Energiekosten befeuert explosionsartig gestiegen.


Dies führt bereits im Jahr 2022 dazu, dass der Verband bei den Papierkosten eine 180-prozentige Kostensteigerung übernehmen muss. Eine Beruhigung des Marktes ist nicht absehbar. Zeitungspapier wird immer knapper und viele Verlage sind gezwungen, ihre Presserzeugnisse auszudünnen. Eine Verringerung der Seitenzahl des Gartenfreundes seit Mitte 2022 konnte diese Entwicklung nicht aufhalten. Dies bringt den Landesverband in eine echte Bredouille.


Umstellung ist nachhaltig

Einerseits möchte der Verband die Berliner Kleingärtnerinnen und Kleingärtner weiterhin regelmäßig über das Geschehen in der Kleingärtnerfamilie auf einem journalistisch hochwertigen Niveau informieren, andererseits müssten gegebenenfalls jährlich die Mitgliedsbeiträge deutlich angehoben werden. Dabei ist jedoch für die Zukunft völlig unklar, wie sich der Papiermarkt weiter entwickeln wird. Beitragsanpassungen könnten also schnell durch die Wirklichkeit überholt werden. Allgemeine Beitragserhöhungen würden außerdem alle Kleingärtnerinnen und Kleingärtner treffen, die in den Bezirksverbänden organisiert sind.


Vor dem Hintergrund, dass weit über 80 Prozent der Berliner Kleingärtnerinnen und Kleingärtner mittlerweile über einen digitalen Zugang zum Internet mittels PC, Notebook, Tablet oder Smartphone verfügen und dem seit 2017 möglichen Bezug des Gartenfreundes als ePaper, eröffnet sich ein neuer, ein zukunftsweisender Weg der Informationsvermittlung, der sogar noch durch eine direkte digitale Kommunikation mittels Facebook, Instagram und Twitter ergänzt werden wird. Hinzu kommt, dass vor dem Hintergrund des Klimawandels alles Erdenkliche unternommen werden muss, die CO2 Produktion einzuschränken oder zu vermeiden. 


Entscheidung ist nicht leichtgefallen

Die Vorstände des Landesverbandes und der 18 Mitgliedsverbände des Landesverbandes haben sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, weil sie darum wissen, dass es Gartenfreundinnen und Gartenfreunde gibt, die weder Computer noch Smartphones nutzen. Es galt abzuwägen, wie das Interesse dieser Minderheit gewahrt werden kann.

Der Verband hat in Abstimmung mit dem Verlag W. Wächter dafür gesorgt, dass es neben dem ePaper bei Bedarf auch weiterhin eine gedruckte Ausgabe des Gartenfreundes geben wird. Die Auflage wird aber eher gering sein. Vor diesem Hintergrund musste der Verlag eine völlig neue Kalkulation erstellen, die den Druck einer kleineren Auflage, den Vertrieb durch den Verlag und die Logistik in der Zustellung abdeckt. Das Ergebnis ist, dass der Verlag W. Wächter zukünftig die Printvariante des Gartenfreundes im Einzelbezug für 18,- Euro pro Jahr anbieten wird,  bei Erteilung einer Einzugsermächtigung für 16,- Euro pro Jahr.


Öffentlichkeitsarbeit wird bei stabilen Beiträgen ergänzt

Mit der Entscheidung ist sichergestellt, dass die bewährte Berliner Redaktion des Gartenfreundes auch weiterhin für die Kleingärtnerinnen und Kleingärtner der Hauptstadt arbeitet und ihre Ergebnisse sowohl für die elektronische als auch die gedruckte Ausgabe des Gartenfreundes zur Verfügung stellt. Außerdem muss die digitale Infrastruktur des ePaper, zum Beispiel eine smartphone-gerechte Darstellung, ausgebaut werden.


Der Landesverband und seine Mitgliedsverbände haben zudem beschlossen, dass eine größere Öffentlichkeit erreicht werden soll, um einen wirkungsvolleren Beitrag zur Sicherung der Kleingartenflächen in der Bundeshauptstadt leisten zu können. Das Berliner Kleingartenwesen soll ab dem nächsten Jahr über soziale Netzwerke auch mehr Bekanntheit in der Öffentlichkeit bekommen. Professionelle Auftritte in den digitalen Medien zu schaffen und zu pflegen, macht man nicht nebenbei und es kostet Geld. Daher bleiben die Gesamtkosten für die Öffentlichkeitsarbeit, und dazu gehört der „Gartenfreund“, in etwa gleich hoch.

Diese Entscheidungen waren die Grundlage dafür, dass der Landesverbandstag 2022 zunächst für das Jahr 2023 keine Beitragserhöhungen beschließen musste. Es ist das Ziel der Mitgliedsverbände, den derzeitigen Verbandsbeitrag trotz steigender Kosten auf vielen Gebieten auch mittelfristig auf dem heutigen Niveau zu halten – auch mit dem Wissen um eine angekündigte Beitragserhöhung des Bundesverbandes im kommenden Jahr.


Landesverband Berlin der Gartenfreunde e. V., Oktober 2022



Information und Formular zur OnlineAbo-Bestellung für Berliner Kleingärtnerinnen und Kleingärtner auf www.waechter/abobg

Information, wie Sie das ePaper erhalten, finden sie unten im PDF "Umstellung Gartenfreund auf ePaper Flyer-Verlag".

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